Sachsen Trail- Trailrunning im Erzgebirge

Mittlerweile ist es vorbei, gefühlt fast schon verjährt, zumindest weit entfernt. Das einzige was übrig geblieben ist ist ein wenig Muskelkater. Gut ich habe ja auch nach kurzer Pause direkt wieder mit dem Training begonnen.

Ich bin kein Läufer, beim besten Willen nicht, wenn wir im Training laufen gehen, dann eine halbe Stunde, eine ganze Stunde  oder auch mal 1 1/2 Stunden, aber keine 5 Stunden- am Stück- mit 950 Höhenmetern. Das ist genau das was ich am vergangenen Wochenende getan habe- Stundenlang durch die natur zu rennen um am Ende total erledigt zu sein.

Ich war dabei- beim Sachsentrail im Erzgebirge. Entschieden habe ich mich für den Half Trail- 34,4km, 940 Höhenmeter. Der Quarter Trail wäre zu einfach gewesen, ich wollte eine Herausforderung haben. Halbmarathon die Straßen entlang ist zu langweilig, Marathon ist zu lange und noch mehr Asphalt laufen. Der Ultratrail wäre gleich etwas zuviel gewesen, schließlich war ich noch nie in meinem Leben eine so lange Distanz unterwegs, 30 km wander, mit Marschgepäck- na klar, aber laufen??

Die Vorbereitung war schon gebeutelt. Im Frühjahr stand ich noch so richtig im Saft, ich war fit wie ein Turnschuh, hatte ein paar Kämpfe anstehen, und dann kam sie- die Erkältung. Schleichend, nur mit einem Husten hat’s angefangen. Erst habe ich weiter trainiert, der Husten ging nicht weg, die Lunge hat weh getan, allgemeine Schlappheit. Training lockerer gestalten, der Husten blieb. Ersten Kampf abgesagt, gehofft das es besser wird, 2 Wochen sind mittlerweilsee vergangen, den zweiten Kampf abgesagt, 3 Wochen Erkältung. 4 Wochen Erkältung, auf zum Arzt, 1 Woche Antiobitika Bombe und kein Training, alle weiteren Kämpfe bis Mai abgesagt. Herber Rückschlag. Unfit, Fett, kein Training.

Dann irgendwann nach über 8 Wochen Erkältung endlich Besserung in Sicht (nachdem ich die mittlerweile 2. Erkältung fast überstanden hatte). Mittlerweile ist es fast Juni und ich fange langsam wieder an mit Training, und die ersten 2 Wochen habe ich mir fast die Lunge aus dem Leib gehustet beim laufen, also wirklich LANGSAM!

Dann kam der Urlaub- 2 Wochen Norwegen, tolle Sache, viel wandern, sehr viel Höhenmeter, viele schmerzende Oberschenkel und allgemeines Kaputtsein, aber auch eine Art des Trainings.

Nach dem Urlaub standen noch 3 Wochen Training an- laufen, laufen, laufen, laufen bis es hieß auf zu den 34,4 km!

 
Gleich noch ne Freundin eingepackt, die sich an die 9km Runde gewagt hat. Ich war nervös ob ich es schaffen kann, immerhin sind 34,4 km schon eine Hausnummer. Zum Briefing regnete es, aber nicht schlimm, besser als zu heiß, und wir können ja dem Wetter strotzen!

Im Pulk hinten angestellt an der Startlinie, Countdown und los. Bergauf, viel zu lange Berhauf. Irgendwie dachte ich das es am Anfang lange Bergab geht? Hmm, komisch, und da kam Sie schon die erste Haarnadelkurve auf die Mountainbike Trails des Rabenberges, schön ein Fuß vor der anderen setzen, kaputte Außenbänder etwas schonen und kein Umknicken riskieren und da stach mich schon etwas. Gebrannt hat’s, sogar sehr. Ich weiß nicht was es war, gesehen hatte ich nichts. Nur nervig war es, aber bis zum 1. Verpflegungspunkt im Tal hatte sich das auch schon wieder gegeben.

Und ab da ging es auch schon stetig Bergauf, das Feld hatte sich mittlerweile gelichtet, vor mir ein paar Läufer, hinter mir ein paar Läufer und ich trabte mein Tempo vor mich hin. Zwischendurch habe ich mich anderen Läufern angeschlossen, musste diese aber irgendwann von dannen ziehen lassen! Auf und ab ging es über Mountainbike Trails, Wanderwege, über Stock und Stein, Wurzeln, viel Matsch und Wiese. Ich kam mir vor wie in unserem Urlaub in Norwegen- viel steiniges und wurzeliges Gelände und viele Steine und Wurzeln. Aber hach wie schön war es doch, der Ausblick, die Natur, das Erzgebirge! Landschaftlich ein Traum, ständig veränderten sich die Wege, mal ging es steil Bergauf, mal Steil Bergab.

Am Grenzweg angekommen konnte ich mich erinnern, dass im Briefing gesagt wurde das dort lange keine Markierung käme, man sich aber auch nicht verlaufen konnte. Der Weg war gerade schmal genug um 1 Fuß reinzusetzen, also laufen konnte ich dort nicht, vielleicht schnell gehen 😀

Irgendwann führte der Weg durch einen Bach, oder alternativ über das Gerüst einer ehemaligen Brücke. War das cool, gleich noch die Kletterkünste einbauen! Und weiter gibg es  von einem Verpflegungspunkt zum anderen, weiter durch Wald, die Hänge im Gehen nehmend. Ab km 20 habe ich begonnen meine Beine zu spüren, ab km 25 taten meine Kniee weh, aber immer schön Zähne zusammen beißen und weiter.

Irgendwann in der Drehe war es dann soweit, mich hat’s lang gelegt. Schön mit dem Knie auf die Steine, Hilfsbereite Läufer waren gleich zur Stelle. Dankeschön!

„Wir Läufer gehören ja zusammen“

Bis auf ein Loch in der Hose und Schürfwunden ist ja nichts passiert.

 
Zwischendurch immer mal wieder ein Schwätzchen halten mit anderen Läufern, sehr interessante Stories die jeder hat, und natürlich dreht sich immer alles ums Laufen.

Bis zu diesem Zeitpunkt, und sicherlich auch nicht jetzt unbedingt könnte 

Ich sagen dass ich ein Läufer bin, wir laufen im Training, Land und kurze Distanzen, mit Gewichten, Berge hoch und runter, Sprints…. Aber ein Läufer?? Nein das bin ich nicht!

Und doch habe ich mich gut gefühlt, ein Teil der Gemeinschaft.

Die letzten 10km gingen dann wieder vorwärts, ein Bein vor dem anderen, weiter die Trails auf und ab. Irgendwann beim letzten Verpflegungspunkt würde mir mitgeteilt dass es ab jetzt nur noch bergauf geht. Oh je, wirklich? Nagut da ich laufender Weise genauso schnell bin wie im schnellen gehen die Berge hoch. Immer hoch, diese Berge die man läuft und läuft und läuft und nicht ankommt.

Weiter diesen Todes Berg hoch. Irgendwann finden die Trails um den Park wieder an und vorbei am Kletterwald. Yeah Kletterwald! Im vorbei gehen gleich besichtigt, sieht gut aus, muss ich bald mal vorbei schauen!

Dann die ersten Menschen am wegesrand ’noch 400m woahhh!!! Gleich da, ich hätte heulen können, ich sagte doch, ich bin kein Läufer. Und dann irgendwann, die Ziellinie in Sicht!!!!

Dir letzten Meter und geschafft!

Im Regen. Und dann erstmal ein alkoholfreies Bier, poserfotos und heiß duschen. Aber alles ganz langsam 😛

Ein schöner Trail, wunderbare Wege und wirklich sehr anstrengend!

Alles in allem bin ich stolz dass ich angekommen bin, trotz der Hürden in derVorbereitung, aber Ziel ist Ziel!
Und ich komme wieder 🙂